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Kapital –  gehasst und begehrt.

Der Kapitalismus steht seit jeher einer breiten Front der Kritiker gegenüber. Von Karl Marx über Postmodernernalisten, Gewerkschaftsbünde, Ökologiebewegungen, Religionsgemeinschaften, Globalisierungsgegner oder Anthroposophische, Anarchisten, Nationalsozialistische und spätere rechtsextreme Kapitalismuskritiker:

Hauptargument: Der Kapitalismus soll den Menschen versklaven und ausbeuten. Auch Shoshana Zuboff, die in ihrem Buch zum „Überwachungskapitalismus“ in einer Kritik gegenüber den GAFA-Unternehmen in ein ähnliches Horn bläst (Erstausgabe 2018), beschreibt das unkontrollierte „krebsartige“ Wachstum dieser Wirtschaftsform.

Stimmt das? Ist der Kapitalismus an den Übeln der Welt schuld? Und warum sind alle alternativen Wirtschaftsformen seit jeher gescheitert? Und was ist der Kapitalismus überhaupt?

 

Was ist Kapital?

Kapital leitet sich vom lateinischen Wort capitalis ab.

capitalis („den Kopf“ oder „das Leben betreffend“), dieses selbst lässt sich auf caput („Kopf“, „Hauptsache“) zurückverfolgen (Wikipedia).

Kapital ist eine besondere Art der Ressource bei in der Erzeugung von Wirtschaftsgütern. Also ein sogenannter Produktionsfaktor. Das Kapital wird  in der Volkswirtschaftslehre als Produktionsfaktor (Produktionstheorie) und privatwirtschaftlich als Einkommensquelle  (Verteilungstheorie) betrachtet. Doch ist das nötig? Dazu später.

Die Wortherkunft macht deutlich, wie wichtig Kapital gegenüber anderen Ressourcen ist. Zusammenfassend kann man die Eigenschaften des Kapitals in wie folgt beschreiben:

  • Kapital ist ein Produkt, das entsteht, wenn Ressourcen kombiniert werden
  • Ressourcen werden zunächst verbraucht (investiert)
  • Diese neue Art der Ressource lässt sich speichern
  • Kapital besitzt die Fähigkeit der Vermehrung, wenn es richtig eingesetzt wird.

Der Kapitalbegriff Bourdieu:

Der Soziologe Pierre Bourdieu unterscheidet dabei

  • Symbolisches Kapital:
    Stellung in der gesellschftlichen Kompetenzhierarchie (oft auch Dominanzhierarchie), Symbolisiert durch Gegenstände oder andere Informationsträger (zum Beispiel eine Marke, ein Auto, Kleidung, Ruf usw.). Das symbolische Kapital hat einen besonderen Stellenwert, weil die Position in der Gesellschaftshierarchie den Zugang zu anderen Kapitalformen einfacher werden lässt. Reiche Kinder scheinen mehr Möglichkeiten zu besitzen. Hübschere Menschen „haben es leichter“ im Leben. In Machtpositionen lassen sich Strukturen zugunsten der Machtträger verändern (Check and Balances).

Natürlich ist diese Form der Einteilung willkürlich und eben diese Einteilung scheint laut Literatur ebenfalls eng mit einer Kapitalismuskritik verknüpft zu sein.

Kapitalformen nach Schröder

Georg Hansen schlägt dagegen, mit einem Verweis auf Schröder (1998), eine ergänzende Einteilung vor und ergänzt die Kapitalphänomene um das

  • Physische (Körperliche Leistungsfähigkeit, Körperliche Unterscheidungsmerkmale)
  • Juridische (Rechtsstatus, Staatsangehörigkeit)

So lassen sich nach Schröder analytische Zusammenhänge bilden und erklären (siehe Link).

Eigene Kapitaleinteilung:

Ich möchte hier eine eigene Einteilung vorschlagen, die neutral und ohne Kritik am Gegenstand auskommt:

  • Geistiges“ Kapital (Informationen und Wissen über „…“): im zentralen Nervensystem gespeichert
  • Genetisches Kapital (Informationen des Organismus, beste Angepasstheit an das Setting, Neigungen, epigenetische Voraussetzungen, Grundlagen der Merkmale der Persönlichkeit – Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Offenheit und Verträglichkeit -, usw.): kodiert im Genpool, durch Epigenetische Einflüsse veränderbar
  • Ökonomisches Kapital (Informationen über geleistete Arbeit, gespeichertes in verschiedenen Formen, vererbbar, tauschbar): Wert gespeichert in  physische Gegenständen (Gold, Maschinen), Informationen, Technologien oder andere Formen, die getauscht werden können (Geld, Grundstücke, Aktien, Güter, Lizenzen, Patente)
  • Soziales Kapital: (Informationen über Beziehungen von Menschen) Humankapital als Arbeiter, Freunde, Verwandte, Netzwerke, Staatsangehörigkeit u.v.m. Gespeichert in vielen ZNS der Menschen, Sozialen Netzwerken, usw..
  • Symbolisches Kapital: (Informationen über geistiges, genetisches, ökonomisches und soziales Kapital): Stellung in einer Kompetenzhierarchie (oft auch Dominanzhierarchie), symbolisiert durch Gegenstände, Ideen (siehe Einteilung nach Bourdieu)

Dieser Betrachtung nach ist es irrelevant, ob das Kapital nach der Produktions- oder Verteilungstheorie analysiert wird.

Beispiel:
Der Private Besitz einer Immobilie ist die Information, dass der Eigentümer das Verfügungsrecht über dieses besitzt. Die Mietzahlungen (Einkommen) sind Informationen über den Tauschwert des Tauschgegenstands, dem Zahlungsmittel (Bsp. Fiatgeld, Kryptowährungen, Buchgeld, Gold). Der Tausch befriedigt den Nutzen beider Parteien und in Summe haben beiden Parteien nach dem Tausch ihren Nutzen maximiert. Es ist mehr Nutzen als vorher entstanden. Der Informationstransfer dieses Nutzentransfers wird durch Zahlungsmittel übernommen. Dieses kann nun durch den Besitzer wiederum als Ressource dienen oder Kapitaleigenschaft annehmen, indem die Kapital-Genese durchlaufen wird (siehe unten). Kapital wird die Ressource dann, wenn sie gespeichert wird – in diesem Fall muss das Zahlungsmittel mit Renditeabsicht z.B. dem Geldmarkt übertragen werden: z.B. auf dem Aktienmarkt. Alternativ kann das Kapital zum Kauf einer weiteren Immobilie genutzt werden usw.

Kapital-Genese und Nutzen

An dieser Stelle habe ich den Begriff des Nutzens biopsychologisch bereits erläutert. Kapital lässt sich meiner Ansicht nach, auf zwei Arten erzeugen:

  • Durch Nutzen-Verzicht:
    Das Spannungsgefühl wird ausgehalten und die Ressource wird gespeichert.
    Beispiel: Das Lesen eines Buchs. Toleranz der Unlust, das Buch zu lesen. Dadurch wird Wissen erlangt (geistiges Kapital). Anderes Beispiel: Heute auf Konsum verzichten (Geld investieren), später mehr Geld besitzen (durch Zinsen oder andere Renditen).
  • Als Nebenprodukt:
    Erfahrung wird erlangt (Wissen), weil eine Zieltätigkeit ausgeübt wird, die einen Nutzen befriedigt.
    Beispiel: Ein Arbeiter möchte ökonomisches Kapital (z.B. Geld) erlangen, tauscht seine Ressource Zeit gegen Geld und vergrößert sein Geistiges Kapital, dass er mit jeder Wiederholung der Tätigkeit wächst. Dieses Erfahrungskapital kann er wiederum auf dem Markt für Arbeitskraft eintauschen: Gehaltsverhandlungen oder einen neuen Arbeitgeber. Alternativ kann er selbst Unternehmer werden, wenn er (u.a.) bereit ist das unternehmerische Risiko zu tragen. Ein anderes Beispiel: Der „Spaß“ eines Hackers beim Überwinden von Sicherungssystem kann zu einer Anstellung als Sicherheitsbeauftragter führen, sodass er sein gewonnenes geistiges Kapital nutzen und vergrößern kann.

Informationshypothese des Kapitals

Wie ich dargestellt habe, lassen dich die Kapitalformen insoweit einteilen, sodass Kapital schlussendlich als Information betrachtet werden kann. Der Inhalt der Informationen bringt dem Kapitalbesitzer genau einen Wert, wenn auch der Tauschpartner den Wert anerkennt. Einige Informationen werden durch den Staat geschützt. Eigentums- und Verfügungsrechte zum Beispiel, wodurch insbesondere das ökonomische Kapital seinen Wert erlangt. Geld z.B. hat per sé keinen Wert. Der Wert des Geldes beruht auf dem Vertrauen der Währungsteilnehmer, dass der Gegenwert gegen Güter eingetauscht werden kann. Da Güter aus Ressourcen hergestellt werden, sind Güter de facto Ressourcen –  nur transformiert.

 

Kritik am Kapital(-ismus)

Das wichtigste Argument gegen den Kapitalismus ist die ungerechte Verteilung der Güter oder des Kapitals. Da jedoch Gerechtigkeit nicht mit Recht zu verwechseln ist, muss angemerkt werden, dass Gerechtigkeit immer an individuelle Sichtweisen geknüpft ist. Die meisten Unternehmer empfinden es zum Beispiel als ungerecht, wenn sie aufgrund ihres Erfolges höhere Steuern zahlen müssen.

Verteilung

Die Verteilungsfrage ist ein Henne-Ei-Problem, das sich über tausende Jahre erstreckt. Kernproblem ist die gewaltsame Aneignung von Eigentum über die letzten 30.000 Jahre.

Vom Neandertaler, über den Treibjäger und Wildbeuter Homo Sapiens, der zum Landwirt wurde und über verschiedene Epochen und Hochkulturen stets tribalistische Strukturen gebildet hat. Kriege, Expansionen, Raubzüge etc. gibt es seit jeher und Dominanz-Hierarchien waren und sind biosoziale Merkmale menschlichen Spezies. Mit fortschreitender Entwicklung der Staaten, wurde die Gewalt  konstant reduziert.  Wir leben heute in einem vergleichweise gewaltlosen Staatenkonstrukt, auch wenn es Stimmen gibt, die Gegenteiliges berichten. Verglichen mit der Wildbeuterzeit, dem Mittelalter oder auch noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts, kann man das Leben in den meisten westlichen Ländern als Utopie betrachten. Es lässt sich aber nicht leugnen, dass Eigentum, Stand, Klasse (Stellung in der Dominanz-Hierarchie) stets über Generationen weitergegeben wurde. Auch die Grenzen der heutigen Nationalstaaten sind das Ergebnis kriegerischer Auseinandersetzung über Jahrtausende. Sollten diese deshalb infrage gestellt werden, wie im aktuelen Russland-Ukraine-Krieg? Und wo fängt man an?

Was sich änderte

Die Verteilung wird heute mit zunehmenden Maße durch Bildung und geistigen Kapital, statt körperlicher Stärke, feudaler Macht oder Gewalt dominiert. Rechtsstaatlichkeit sind Erfolge, die in kapitalistischen Nationen errungen worden, wohingegen im Sozialismus stets mit autokratischer Herrschaftsform regiert wird und wurde.

Diese Verschiebung führte zur immer stärkeren Emanzipation der Frau gegenüber dem körperlich stärkeren Mann und einer Verschiebung in der Dominanz-Hierarchie vom “Vom Besitzenden (feudal) und Starken (z.B. politische Macht) zum Tüchtigen und Gebildeten.” Dies lässt sich auch in der aktuellen Liste der reichsten Menschen der Welt erkennen (Stand 08.04.2022):

 

  1. Elon Musk. Eltern: Ingenieur und Ernährungswissenschaftlerin
  2. Jeff Bezos. Scheidungskind, Stiefvater Exilkubaner, Angestellter.
  3. Bernard Arnault & Familie. Vater: Immobiliengeschäft
  4. Bill Gates. Eltern: Unternehmer (eigentlich Pädagogik) und Anwalt
  5. Warren Buffett. Vater: Erst Broker und Politiker
  6. Larry Page, Eltern: Informatikprofessor und Datenbankentwickler
  7. Larry Ellison: Unverheiratete Mutter, Aufgewachsen bei Stiefeltern.
  8. Gautam Adini & Familie: Vater: kleiner Textilfabrikant
  9. Sergey Brin: Vater Mathematiker, Flucht aus der Sowjetunion
  10. Mukesh Ambani: Vater Milliardär (Großvater: Lehrer)

Kapitalismus und Marktwirtschaft

Der größte Fehler ist das Missverständnis zwischen Kapitalismus und Marktwirtschaft.

DER KAPITALISMUS existiert in seiner Reinform nicht, da dies einen völlig freien Markt, ohne staatliche Eingriffe vorraussetzt.  Kapitalismus und Sozialismus bilden zwei diametrale Punkte:

Kein staatliches Wirtschaftshandeln auf der einen Seite, maximales Staatliches handeln auf der anderen.

Staatliche Eingriffe habe sich geschichtlich als sinnvoll bewiesen, jedoch streiten sich die Geister, wie viel Staat notwendig ist. Eine Marktwirtschaft sorgt durch die dezentrale Informationsverarbeitung dafür, dass Angebot und Nachfrage im Ausgleich sind. Diese Informationsverarbeitung ist schnellste und effizienteste Art, Ressourcen sinnvoll einzusetzen (Ressourcenallokation).

 

Alternative: Sozialismus?

Das zentralistische Wirtschaftssystem des Sozialismus ist dem nicht nur in der Theorie unterlegen!
Diese Liste der gescheiterten sozialistischen Staaten
zeigt mit wissenschaftlicher Signifikanz, dass der Sozialismus als Staats- und Wirtschaftsform keine Erfolge vorzuweisen hat. Und die Stichprobe ist groß:

92 Länder haben es mit dem Sozialismus versucht. In keinem der 92 Länder hat das sozialistische Wirtschaftssystem funktioniert!

Länder, die offiziell als noch sozialistisch gelistet werden und eine funktionierende Wirtschaft haben, pflegen die sogenannte sozialistische Marktwirtschaft. Wer das Konstrukt genau betrachtet, findet eine diktatorische (autokratische) Marktwirtschaft, in der wenige Menschen durch Folter, Tod, Angst und Unfreiheit über die Masse regieren. Hier muss ganz klar gefragt werden: inwieweit ist diese Form der Marktwirtschaft überlegen?

Oft ignoriert werden auch die quantitativen Gräueltaten des Sozialismus, wie sie zum Beispiel im “Schwarzbuch des Kommunismus” aufgearbeitet wurden. Dort geht es um die Gewalt, Unterdrückung und den Terror der Sowjetunion, Mao Zedong (China), Nordkorea, Vietnam, Laos, Kambodscha, Lateinamerika, Afrika und Afghanistan. Zitat:

“Es gehe nicht darum, „irgendwelche makaberen arithmetischen Vergleiche aufzustellen, eine Art doppelte Buchführung des Horrors, eine Hierarchie der Grausamkeit. Die rund 100 Millionen Opfer des Kommunismus gegenüber rund 25 Millionen Opfern des Nationalsozialismus seien jedoch ein Faktum.”

 

Marktwirtschaft: Voraussetzungen

Damit die Marktwirtschaft ihre theoretischen Effekte auch in der Praxis bewirken kann, sind einige Bedingungen notwendig

Was sind die grundlegenden Voraussetzungen für das Wirtschaftssystem einer funktionierenden Marktwirtschaft?

  • Funktionierender und freier Wettbewerb
  • Freie Preisbildung
  • Offene Märkte
  • Privateigentum und Vertragsfreiheit
  • Eigentumsschutz und Verfügungsrechte
  • Sicherheit (Innen und Außen)
  • Informationssymmetrie
  • Entscheidungsfreiheit der Marktteilnehmer

Sind diese Voraussetzungen (in den konkreten Fällen der Kritik) gegeben?

In der Vergangenheit ganz klar: nein. Auch heute gibt es viele Beispiele für Defizite.

Konnten in der Vergangenheit fehlende Voraussetzungen korrigiert werden?

Ja, zum Beispiel durch:

  • Kartell- und Wettbewerbsrecht
  • Europäische Wirtschaftsunion
  • u. v. m.
  • Gewerkschaften
  • Soziale Absicherungen
  • Bildung
  • Gleichstellung usw.

Lassen sich die Voraussetzungen mit realistischer Wahrscheinlichkeit herstellen?

Die Entwicklung des Menschen ist diskret. Glaubenssätze können nur schrittweise aufgegeben werden. War es bis 1994 es nicht vollständig erlaubt, homosexuelle Beziehungen zu führen, dürfen homosexuelle Paar seit 2017 heiraten.  Meiner Ansicht nach lassen sich sämtliche Voraussetzungen schrittweise nicht nur schaffen, sondern auch immer wieder korrigieren. Es ist ein ständiger gesellschaftlicher Verbesserungsprozess.

Eine Frage der Weltsicht.

Und hier sehe ich das Hauptproblem. Postmoderne Denkweisen stellen meiner Meinung nach eine große Gefahr dar, wie es auch Stephen Hicks in seiner Kritik dieser darstellen konnte. Diese stark nihilistischen Gedankenzüge, die aktuell viele Geisteswissenschaften dominieren, führen zu einer destruktiven Weltsicht gepaart mit Missgunst, Hochmut und Hinterlistigkeit.

Die vorherrschende Bitterkeit trotzt der Tatsache, dass in Wohlstand gebadet wird und lässt nur einen Schluss zu:

Etwas läuft schief!

The progressive potential of postmodernism has been exhausted, and those who engage in critical theoretical work in psychology need to attend to the ideological assumptions it carries about social relations and structures of power that threaten a radical political agenda in the discipline. The dangers that flow either from an optimistic naïve adoption of postmodern nostrums (relativism, amoralism, collectivism or autonomy) or from a pessimistic disappointed embrace of the alternative visions it incites (scientism, fundamentalism, individualism or organicism) need to be urgently addressed.
Ian Parker, 1998

 

Deutsch:
Das fortschrittliche Potenzial der Postmoderne ist erschöpft, und diejenigen, die sich mit kritischer theoretischer Arbeit in der Psychologie beschäftigen, müssen sich mit den ideologischen Annahmen befassen, die sie über soziale Beziehungen und Machtstrukturen enthält, die eine radikale politische Agenda in der Disziplin bedrohen. Die Gefahren, die entweder aus einer optimistischen, naiven Übernahme postmoderner Patentrezepte (Relativismus, Amoralismus, Kollektivismus oder Autonomie) oder aus einer pessimistischen, enttäuschten Umarmung der alternativen Visionen erwachsen (Scientismus, Fundamentalismus, Individualismus oder Organismus), müssen dringend angegangen werden.

Es bedarf der persönlichen Verantwortung des Einzelnen:

Wer die Freiheit hat, muss dieses Recht auch als Pflicht annehmen, den eigenen Weg selbstverantwortlich zu gestalten.

Notice that opportunity lurks where responsibility has been abdicated.
Beyond Order, Rule#4, J B Peterson

 

Fazit

Ich erinnere: „capitalis („den Kopf“ oder „das Leben betreffend“)„. Wie ich dargestellt habe, kann Kapital als nutzenstiftende Information betrachtet werden.  Informationen lassen sich sowohl erwerben, vererben und teilen. Der Redensart: Wissen ist Macht, kann hier als Äquivalent betrachtet werden: Macht ist Wissen. Heutzutage kann sich jeder in der Bundesrepublik Deutschland geistiges Kapital aufbauen. Auch deshalb lassen sich gute Gründe anführen, Wissen und Informationsfreiheit als eines der wichtigen Güter zu betrachten. Informationsasymmetrie ist einer der größten Kritikpunkte am Kapitalismus und muss – wo es geht – bekämpft werden. Dazu zählt auch das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Abschaffung von sogenannten Paywalls der wissenschaftlichen Forschung, finanziert durch öffentliche Gelder.

Die bisherigen soziologischen Betrachtungen des Kapitalismus sind in ihrer Erklärungsart stets durch den sozialen Konstruktivismus gefärbt, und zu hinterfragen. Die postmodernen Kritiken sind meiner Meinung gefährlich und die faktische Irrelevanz des Großteils der geisteswissenschaftlichen Schriften zu dieser Kritik verdeutlicht nur, dass jene Kritiker durch ihre schiere Masse versuchen, qualitative Fakten zu verdrängen: „wer lauter schreit gewinnt“.

DEN KAPITALISMUS gibt es nicht mehr, weshalb Kapitalismuskritik teils purer Populismus ist:

Der Begriff Kapitalismus beschreibt deshalb die heute existierende marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung der westlichen Industrieländer nicht richtig, da der Kapitalismus in seiner reinen Ausprägung seit Langem überholt ist. BPD

 

Natürlich ist es evident, dass Menschen, die mit wenig Grundkapital ausgestattet sind, es schwieriger haben, ihr Kapital zu vermehren. Doch ich vertrete eine Weltsicht, in der jeder in der Verantwortung steht, sein Bestmögliches zu geben und das vorhandene geistige Kapital zu vermehren.

Nie war es einfacher zu Kapital zu kommen, wie heute!

Set your house in perfect order before you criticize the world.  

12 Rules for Life, an Andtidote zu Chaos, Jorden B Peterson

 

 

Buch- und Leseempfehlungen:

Videos:

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